Hintergrund
Im Jahre 1977 entwickelten die Herren Reichmann und Lachnit aufgrund der vorhergehenden Kritikpunkte der anderen Systeme, insbesondere der unzureichenden Berücksichtigung des Zielpluralismus bei Unternehmen, das Rentabilitäts-Liquiditäts-Kennzahlensystem. (Vgl. Reichmann, T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 6. Auflage, München 2001, S.32 f)
Allgemeiner Teil: Rentabilitätsteil

(Vgl. Reichmann, T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 6. Auflage, München 2001, S. 104)
Aufbau
Das RL – Kennzahlensystem ist als reines Ordnungssystem konzipiert. Es besteht im Gegensatz zu den anderen beiden Kennzahlensystemen aus relativ wenig Kennzahlen. Dies wird dadurch ermöglicht, „dass mit Hilfe der Systemtheorie die wesentlichen entscheidungsrelevanten Kenngrößen (...) herausgestellt werden.“ (Reichmann, T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 6. Auflage, München 2001, S.33)
Als zentrale Kenngrößen werden Erfolg und Liquidität an die Spitze gestellt, wobei auf eine mathematische Verknüpfung der Unterkennzahlen weitgehend verzichtet wird.
Das Kennzahlensystem wird in zwei Teile auf gespalten, einen allgemeinen Teil (vgl. Abb. 4 und 5) und einen Sonderteil mit unternehmens-spezifischen Kennzahlen.
Der allgemeine Teil „(..)enthält die gesamtunternehmensbezogenen Kennzahlen zu Erfolg und Liquidität als Rentabilitäts- und Liquiditätsteil des Systems.“ (Lachnit, L.: Das RL-Kennzahlensystem als Basis controllinggestützter Managementkonzepte, in: Zukunftsfähiges Controlling, herausgegeben von Lachnit, L./Lange, C./ Pallok, M., München 1998, S. 24)
 | Der Rentabilitätsteil stellt als Spitzenkennzahl das „Ordentliche Ergebnis“ dar, weitere Kennzahlen sind z.B. Eigenkapital-, Umsatzrentabilität und der ROI.
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 | Die Spitzenkennzahl des Liquiditätsteil sind die „Liquiden Mittel“, diesen sind als Unterkennzahlen insbesondere der „Cash Flow“ und das „Working Capital“ untergestellt. |
Beim Sonderteil wird ebenfalls nach Rentabilitäts- und Liquiditätsteil aufgespaltet. Hier werden unternehmensspezifische Kennzahlen berücksichtigt, wie z.B. Deckungsbeiträge und fixe Kosten. (Vgl. Reichmann, T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 6. Auflage, München 2001, S.33 ff. ,Vgl. Jung, H.: Controlling, München 2003, S.166, Vgl. Piontek, J.: Controlling, München 1996, S. 358)
Allgemeiner Teil: Liquiditätsteil

(Vgl. Reichmann, T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 6. Auflage, München 2001, S. 104)
Aufgabe
Das RL-Kennzahlensystem ist überwiegend als Planungs- und Kontrollinstrument gedacht. Für die Unternehmen bedeutet dies, dass die Konzeption als Führungsinstrument, der Steuerung interner Aufgaben der Unternehmensleitung dient.
 | Der allgemeine Teil dient der laufenden Kontrolle, Steuerung und Planung durch vorwiegend deren Spitzenkennzahlen.
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 | Der Sonderteil gibt Auskunft über die wesentlichen Einflussgrößen auf die Rentabilität und Liquidität. |
Vorteile
 | wenig Kennzahlen
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 | einfache Handhabung
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 | Flexibilität durch Sonderteil, hilfreich bei Lösungen durch unternehmensbezogenen Problemen |
Nachteile
 | fehlende mathematische Verknüpfung (Veränderung einer Kennzahl lässt keine Auswirkung auf andere Kennzahl erkennen)
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 | angestrebter Zielpluralismus nur auf ökonomische Ziele begrenzt (z.B. Mitarbeiterzufriedenheit spielt keine Rolle) |